03. November 2025

Hospiz-Projekt für Obdachlose im Kapuzinerkloster Innsbruck

Seit drei Jahren kümmert sich die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft um schwer kranke und sterbende Menschen, die obdachlos sind und auf der Straße leben. Jetzt hat das Projekt „Leo“ auch einen fixen Standort im Kapuzinerkloster in Innsbruck gefunden.

Bischof Hermann Glettler segnete die neuen Räumlichkeiten im Kapuzinerkloster

Willkommensort für schwer kranke und sterbende Menschen, die auf der Straße leben: Bischof Hermann Glettler segnete die neuen Räumlichkeiten im Kapuzinerkloster in Innsbruck. © Hospiz-Gemeinschaft/Moriggl

 

Das Projekt „Leo“ der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zur Begleitung und Versorgung von obdachlosen Menschen am Lebensende verfügt ab sofort über einen fixen Standort im Innsbrucker Kapuzinerkloster. Die beiden Räume wurden am 30. Oktober eröffnet und von Bischof Hermann Glettler gesegnet.

 

Von der Straße ins Hospiz

Das seit drei Jahren bestehende und von einem Team um Krankenpflegerin Elisabeth Draxl betriebene Projekt betreut schwer kranke und sterbende Menschen, die auf der Straße leben. Die beiden Räume im Kloster dienen als Wärmestube und als kurzfristige Unterbringungsmöglichkeit für Wohnungslose, die beispielsweise gerade aus dem Spital entlassen wurden und die Nacht nicht sofort wieder im Freien verbringen sollten.

 

Niederschwellige Gesundheitsversorgung

Ziel des Kooperationsprojekts der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft mit dem Verein für Obdachlose ist es, Menschen am Rande der Gesellschaft eine niederschwellige Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und ihnen eine palliative Betreuung am Lebensende zu bieten, erzählt Elisabeth Draxl. Mit dem regulären Gesundheitssystem würden wohnungslose Menschen oder Menschen mit Suchterfahrungen oft nicht zurecht kommen: „Es ist ein hoher Wechsel von Betreuungspersonen, was sie verunsichert, weil sie schon so viel Vertrauen verloren und Kränkungen erlebt haben. Oder sie vergessen Termine aufgrund ihrer Sucht. Und da beginnt diese Arbeit zu wirken“, unterstreicht Draxl. 

 

Dass das Projekt „Leo“ nun über einen fixen Standort verfügt, ist vor allem Bischof Hermann Glettler zu verdanken, dem es ein Anliegen war, dass dieses Straßen-Projekt auch über Räumlichkeiten verfügt. Auf seine Anfrage hin haben die Kapuziner sofort zugesagt und zwei Räume im Kloster für das Projekt zur Verfügung gestellt.

 

Quelle: Diözese Innsbruck